Pantea Bashi

Neuromarketing: Die Suche nach dem Buy-Button und ihre sozio-technischen Implikationen

Die Erforschung des menschlichen Gehirns zählt gegenwärtig zu einem der ambitioniertesten Wissenschaftsprojekte und die Disziplin der Neurowissen-schaften wird prinzipiell als eine Schlüssel- wissenschaft angesehen. Neue Scan-Verfahren produzieren Bilder der Struktur und der Funktionsweise des Gehirns, sie erlauben Experten wie interessierten Laien, dem Gehirn bei der Arbeit zuzuschauen. 

Die Resultate der Neurowissenschaften betreffen indes nicht mehr nur die Domäne der Medizin allein, sondern dringen zunehmend in sozial-, rechts- und wirtschaftswissenschaftliche Disziplinen vor (u.a. als Neurorecht, Neuro-pädagogik und Neuroökonomie). Als Teilgebiet und Praxisfeld der sog. Neuro-ökonomie befasst sich dabei Neuromarketing mit dem Einsatz von Hirn- forschungsmethoden und -technologien zum Zweck der Verkaufsförderung.

Das interdisziplinäre Dissertationsprojekt untersucht anhand der Methoden qualitativer Sozialforschung wie das neue Feld Neuromarketing entsteht und auf welche Weise der Verarbeitungsprozess neurowissenschaftlichen Wissens (Knowledge in the making) im Bereich des Marketings stattfindet.

Dauer des Promotionsprojektes: 2011 bis voraussichtlich 2014

E-Mail: pantea.bashi(at)uni-rostock(dot)de

WWW: Pantea Bashi

Mara Boehle

Ursachen und Wandel familialer Armut in Deutschland, 1962 bis 2008. Eine theoretische und empirische Analyse

Der Kampf gegen Kinderarmut ist auf nationaler wie auf europäischer Ebene hoch auf der politischen Agenda angesiedelt. Dennoch hat sich der Anteil armer Familien in der Bundesrepublik seit den 1970er Jahren bis heute erhöht und auf einem überdurchschnittlichen Niveau verfestigt. Bislang liegen jedoch keine empirischen Studien vor, die in befriedigender Form erklären, weshalb es zu diesem Sachverhalt kam. Die empirische Forschung zum Wandel familialer Armut bearbeitet das Thema bislang deskriptiv oder konzentriert sich in kurzfristigen Zeitvergleichen auf einzelne, vorwiegend individuelle Ursachen des Phänomens.

Die Dissertation hat zum Ziel, die Gründe für die zeitliche Persistenz des überdurchschnittlich hohen Armutsrisikos familialer Lebensformen seit den 1960er Jahren bis heute systematisch zu untersuchen. Dieses wird unter Zugrundelegung eines theoretischen und empirischen Mehrebenenmodells erfolgen, das die ökonomische Situation von Familien als Funktion individueller und struktureller Faktoren im Zusammenspiel mit zeitlichen Veränderungen der deutschen Sozialstruktur begreift. Anknüpfungs- punkte sind die sich in diesem Zeitraum ereignenden ökonomischen, (inner-)familialen, demo- graphischen und politisch-institutionellen Wandlungsprozesse wie die Flexibilisierung des Arbeits- marktes, die Veränderung der Familienformen, die Zunahme kinderloser Paare und die Umgestaltungen des sozialpolitischen Unterstützungssystems. 

Die Hypothesen der Dissertation werden dabei durch einen theoretisch integrativen Ansatz fundiert und auf Basis eines repräsentativen, um Makroindikatoren angereicherten Mikrozensus-Trendfiles überprüft. Zentrale Fragen lauten: Wie lässt sich die Zunahme familialer Armut in der Bundesrepublik erklären? Zu welchen Teilen ist sie auf strukturelle und zu welchen Teilen auf individuelle Einflussgrößen zurückzuführen? Hat sich deren Erklärungskraft im Zeitverlauf gewandelt? Und welche relative Rolle spielen Kompositionseffekte, wie die sich im Beobachtungszeitraum ereignende Zunahme des Anteils Alleinerziehender und kinderloser (Doppelverdiener-)Paare? 

Dauer des Promotionsprojektes: 2010 bis voraussichtlich 2014

E-Mail: mara.boehle(at)gesis(dot)org

WWW: Mara Boehle

Robert Brumme

Digitaler Panoptismus. Analyse panoptischer Entwicklungen im Internet und deren Implikationen für den Nutzer. 

Leitendes Interesse des Promotionsvorhabens ist die Auseinandersetzung mit panoptischen Vorgängen und Entwicklungen im digitalen Raum und deren Wirkung auf den Internetnutzer.Das von Michel Foucault erdachte Konzept des Panoptismus beschreibt einen tiefgreifenden Wandel moderner Gesellschaften hinsichtlich der Mechanismen zur Kontrolle und Disziplinierung ihrer Mitglieder. Bezeichnend für diese Gesellschaften ist die postulierte Ausdehnung eines alle Sphären des sozialen Zusammenlebens durchdringenden Prinzips der potentiell allumfassenden Überwachung sämtlicher Individuen. Im Zuge der Ausbreitung des Internets und des damit einhergehenden Wandels alltäglicher Kommunikationsformen und Handlungspraktiken scheint das Konzept des Panoptismus eine neue Bedeutung zu erlangen und aktueller denn je zu sein.

Im Rahmen dieses Promotionsvorhabens geht es um die Frage, inwieweit sich das Foucaultsche Konzept des Panoptismus und die mit ihm verbundenen Aussagen und Beschreibungen moderner Gesellschaften auf den digitalen Raum übertragen und anwenden lassen und welche Bedeutung mögliche panoptische Entwicklungen für den Internetnutzer haben. Richtungsweisend ist dabei die Hypothese, dass sich das Internet aufgrund seiner technischen Verfasstheit als hochgradig effizientes Panoptikum beschreiben lässt, das im Zuge der Übertragung von Handlungen und Kommunikation in den digitalen (potentiell permanent überwachten) Raum eine zunehmende Selbstdisziplinierung der Internetnutzer fördert.

Das Ziel ist – neben theoretischen Vorüberlegungen und empirischen Analysen – eine Theorie des digitalen Panoptismus zu entwickeln, die in der Lage sein soll, das soziologische Überwachungs-, Kontroll- und Selbstdisziplinierungskonzept auf den digitalen Raum zu übertragen und deren Implikationen für den Nutzer aufzuzeigen.

Zusammenfassen lässt sich das Forschungsanliegen demnach als Versuch, ein umfassendes Konzept des digitalen Panoptismus für den virtuellen Raum zu entwickeln und darüber hinaus die Wahrnehmung und den Umgang des Internetnutzers mit panoptischen Vorgängen zu untersuchen.

Dauer des Promotionsprojektes: 2012 bis voraussichtlich 2014

E-Mail: robert.brumme(at)uni-rostock(dot)de

WWW: Robert Brumme

Emel Cetin

Zwischen Rechtfertigung und Kritik. Diskursanalyse der Kapitalismusdebatte im Rahmen der globalen Finanzkrise von 2008.

Die Finanzkrise von 2008 markiert die jüngste Hochphase einer öffentlichen Kapitalismusdebatte. War Kritik am Kapitalismus vor der Krise vornehmlich in subkulturellen Milieus zu finden, ist sie nun Gegenstand öffentlich-hegemonialer Auseinadersetzungen geworden. In der Dissertation soll erfasst werden, wie sich unterschiedliche Diskurspositionen zum Kapitalismus entfalten, transformieren, sich gegenseitig beeinflussen, ausschließen oder annektieren. Im Vordergrund soll hierbei nicht die Finanzkrise als solche stehen, sondern die Folgen dieses Ereignisses für Diskurse über den Kapitalismus, denn die diskursive Beschäftigung mit dem Kapitalismus findet vor dem Hintergrund einer seit den achtziger Jahren stetig virulenten Infragestellung der Aufgaben und Befugnisse des Staates statt. Der empirische Gegenstand der Dissertation sind also solche Diskurse, die sich dem Kapitalismus als Strukturierungszusammenhang gesellschaftlicher Verhältnisse widmen. Die diskursanalytische Untersuchung dieses Aussagenfeldes ist bislang ein Desiderat der Forschung.

Mit dem Zusammenspiel aus einer historisch-genealogischen und einer analogistisch-vergleichenden Perspektive sollen zusammenfassend die diskursiven Grundlagen der jüngsten polit-ökonomischen Transformationen und das Umbruchspotenzial der Finanzkrise für hegemoniale Deutungen, zwischen Rechtfertigung des und Kritik am Kapitalismus, analysiert werden.

Dauer des Promotionsprojektes: 2011 bis voraussichtlich 2014

E-Mail: emel.cetin(at)uni-rostock(dot)de

WWW: Emel Cetin

Daniel Holtermann

Die persistente Männerdomäne "Technik". Geschlechtsspezifische Bildungsungleichheit am Beispiel der technischen Studienorientierung von Schülerinnen und Schülern.

In wohl kaum einer anderen Disziplin fällt der Anteil der Männer so hoch aus wie in den Ingenieur- wissenschaften. Trotz formeller Gleichberechtigung findet insbesondere im Bereich technischer Berufe eine geschlechtsspezifische Segregation statt. Dies hat nicht nur wirtschaftliche,  sondern auch soziale Konsequenzen – und es stellt sich die Frage nach sozialen Schließungsmechanismen, die die Genderasymmetrie bedingen könnten.

Im Rahmen der Promotion soll die Genese der Geschlechtersegregation anhand der technischen Studienorientierung von Schülerinnen und Schülern untersucht werden. Aus aktuellen Studien ist bekannt, dass das Bildungssystem in Deutschland Ungleichheit reproduziert – trotz aller Fortschritte auch in der geschlechtsspezifischen Dimension. Als eine zentrale Sozialisationsinstanz hat es dabei einen großen Einfluss auf die Konstruktion von Geschlechterrollen.  In Bezug auf die Technikeinstellung kann das heißen, dass sich das Erlernen der Fachinhalte im Rahmen einer Geschlechterordnung mit entsprechenden Zuschreibungen und Erwartungen vollzieht.  Des Weiteren ist die Studien-  bzw. Berufswahl ein komplexer biographischer Prozess, der nicht unabhängig von den Geschlechter- identitäten betrachtet werden kann. Als empirische Grundlage für das Promotionsprojekt dient eine standardisierte Schülerinnen- und Schülerumfrage aus drei Bundesländern.

Ziel der Promotion ist nicht nur, den durch Stereotypen geprägten Begriff bzw. Bereich der Technik zu untersuchen, sondern zugleich das Beharrungsvermögen geschlechtsspezifischer Ungleichheiten und Ungleichgewichte im (Aus-)Bildungssystem und im Berufsbereich.

Dauer des Promotionsprojektes: 2012 bis voraussichtlich 2014

E-Mail: daniel.holtermann(at)uni-rostock(dot)de

WWW: Daniel Holtermann

Sandra Krapf

Staatliche Kinderbetreuung, Familienideologien und Fertilität

In den letzten Jahren fiel die Geburtenrate in einer Vielzahl europäischer Länder auf ein Niveau von durchschnittlich 1,5 Kindern oder weniger pro Frau. In der Hoffnung auf Politikkonzepte, die zu einer Erhöhung der Geburtenzahlen führen, richten Sozialpolitiker häufig ihren Blick nach Skandinavien, wo das Fertilitätsniveau vergleichsweise hoch ausfällt,. Üblicherweise zielen solche Politiken auf eine Reduktion der durch Kinder verursachten Kosten ab. Dabei wird meist übersehen, dass das generative Verhalten von Individuen nicht nur von deren ökonomischen Situation sondern auch der ideologischen Vorstellung von Familie beeinflusst wird.

An diesem Punkt knüpft meine Dissertation an und untersucht den Zusammen- hang zwischen der ersten Geburt, dem Vorhandensein von Kinderbetreuung für unter Dreijährige und der gesellschaftlichen Akzeptanz von berufstätigen Müttern. Hierbei wird davon ausgegangen, dass eine Ausweitung des Krippenplatzangebotes eine Zunahme der Fertilität nach sich zieht, allerdings unter der Voraussetzung, dass die Gesellschaft eine außerfamiliäre Betreuung von Kindern auch akzeptiert. Ein verbesserter Zugang zu Kinderbetreuungs einrichtungen in einer Gesellschaft, in der ein traditionelles Rollenverständnis und Familienbild existiert, verändert demnach das Geburtenverhalten nicht.

Zur statistischen Überprüfung dieser Zusammenhänge wird eine Multi-Level-Analyse für Schweden und Italien durchgeführt. Dabei werden einerseits individuelle Merkmale von potentiellen Eltern (wie Alter, Einkommen und Bildungsniveau), andererseits regionale Charakteristika (z. B. Kinderbetreuungsange- bote und Arbeitslosenzahlen) berücksichtigt. Zusätzlich wird ein Interaktionseffekt modelliert, mit dessen Hilfe der Einfluss von Krippenplätzen in Abhängigkeit vom individuellen und regional verbrei- teten Familienbild statistisch ausgewertet wird.

Dauer des Promotionsprojektes: Bis voraussichtlich 2012

E-Mail: krapf(at)demogr.mpg(dot)de

WWW: Sandra Krapf

Janine Lange

Soziale Ungleichheit und Erwerbsminderungsberentung

Die krankheitsbedingte Erwerbsminderung ist auf dem Gebiet der sozialen Sicherung ein wichtiges und viel diskutiertes Thema. Das Dissertationsprojekt widmet sich daher der Erforschung der komplexen Wirkungszusammenhänge zwischen kumulativen Belastungen im Berufsleben und dem Renten- geschehen. Im Mittelpunkt steht dabei die Frage nach dem Einfluss der Beschäftigungsverhältnisse und der individuellen Erwerbsbiografie auf Risiken der Frühberentung aufgrund von (festgestellter) Arbeitsunfähigkeit. Ziel der im Spannungsfeld von Beruf, Gesundheit, sozialer Ungleichheit und Biografie angesiedelt Dissertation ist es, spezifische berufliche und betriebliche Einflussfaktoren aus einer Lebenslaufperspektive herauszuarbeiten.

Im Fokus des Forschungsvorhabens steht dabei die Identifizierung musterhafter Erwerbsverläufe, die in Frühberentung führen. Dabei wird auch ein Vergleich der Erwerbsbiografien von Erwerbs- minderungsrentnern mit Regelaltersrentnern, d.h. Personen, die nicht aufgrund von Erkrankungen aus dem aktiven Berufsleben ausgeschieden sind, angestrebt. Das Promotionsvorhaben widmet sich damit zumindest implizit auch der Frage, ob spezifisch "riskante" Lebensläufe oder Biografiesegmente zukünftig besser abgesichert werden müssen, also etwa zu einem gewissen Zeitpunkt im individuellen Lebenslauf Präventions- und Interventionsmaßnahmen angeboten bzw. eingeleitet werden sollten.

Grundlage des Forschungsvorhabens sind u.a. kombinierte Längsschnittdaten der Rentenversicherung und der Bundesagentur für Arbeit, die mittels multivariater Analysemethoden (z.B. Sequenzmuster- und Clusteranalyse) untersucht werden.

Dauer des Promotionsprojektes: 2012 bis voraussichtlich 2014 

E-Mail: janine.a.lange(at)drv-bund(dot)de 

WWW: http://forschung.deutsche-rentenversicherung.de/FdzPortalWeb/

Dominik Röding

LEBENSLAGE – HABITUS – LEBENSSTIL. 
Ansätze und Befunde erklärender Sozialepidemiologie anhand Daten der Landgesundheitsstudie

Medizinsoziologische Theoriemodelle postulieren ein enges Beziehungsgeflecht zwischen sozialstruktureller Position, Lebensbedingungen, Einstellungen und Orientierungen, Lebensstil und Gesundheit. Die hier vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, tiefer in dieses Beziehungsgeflecht vorzudringen und dieses soziologisch verständlicher zu machen. 

Vor diesem Hintergrund wird den Fragen nachgegangen, ob sich gesundheits- bezogene Grundorientierungen im Sinne des Habitus abbilden lassen und ob damit die Wechselbeziehungen zwischen gesundheitsrelevanten Lebenslagen und Lebensstilen soziologisch verständlich gemacht werden können.

Der empirische Teil der Arbeit stütz sich auf Daten der dritten Erhebungswelle (2004/08) einer Befragung zu Gesundheit und alltäglicher Lebensführung im sozialräumlichen Milieu nordostdeutscher Landgemeinden (n = 1.246). Auf dieser Datenbasis werden statistische Klassifikationen gesundheitsrelevanter Lebenslagen sowie gesundheitsrelevanter Lebensstile erarbeitet. Darauf aufbauend werden Zusammenhänge zwischen Lebenslagen, Orientierungen und Einstellungen sowie Lebensstilen mittels bi- und multivariabler statistischer Verfahren untersucht. Ergebnisse dieser Zusammenhangsanalysen werden auf der Folie der Habitustheorie interpretiert.

Dauer des Promotionsvorhabens: 2009 bis voraussichtlich 2013

E-Mail: Roeding(at)gmx(dot)net

WWW: Dominik Röding

Maurice Schulze

Beschleunigung im transkulturellen Kontext. Kultureller Wandel durch soziale Praxis philippinischer Arbeitsmigranten

Der Weg in die Moderne ist ein Weg der Beschleunigung. Als global zu begreifende Entwicklung bezeichnet diese eine strukturelle sowie kulturelle Transformation der Temporalstrukturen innerhalb sich verändernder Gesellschaften. Unterliegen temporale Strukturen weltweit den gleichen, prognostizierten Veränderungen? Wenn ja, wie stellt sich dieser weitreichende Wandel auf Akteursebene in einem transkulturellen Kontext dar? 

Ausgehend von der These, dass Zeitstrukturen in der Moderne durch Beschleunigungsprozesse bestimmt sind, werden Einflüsse der ökonomischen Globalisierung auf den kulturellen Wandel bei philippinischen Arbeitsmigranten untersucht. Die Alltagspraxis rückt hier in den Fokus, wie auch die Konstruktion von Vergangenheit, innerhalb der sich der Umgang mit Zeit in Form von temporalen Strukturen niederschlägt. Ebenso ist der Zusammenhang von Veränderungen in den Handlungs- optionen mit Blick auf Alltagspraxis und Lebensentwürfe für das Dissertationsvorhaben von Interesse. Der sich ableitende Spielraum praktischer Handlungen, der besonders in Phasen ökonomischen Umbruchs von hoher Kontingenz geprägt ist, bietet einen Ansatz zur Erklärung kultureller und sozialer Transformations- und Widerstandspotentiale.

Dauer des Promotionsprojektes: 2011 bis voraussichtlich 2014

E-Mail: maurice.schulze(at)uni-rostock(dot)de

WWW: Maurice Schulze

Sarina Strumpen

Transnationale Alter(n)sstile – Pendelmigration älterer Türkeistämmiger zwischen Deutschland und der Türkei

Ziel der Promotionsarbeit ist die Analyse transnationaler Alter(n)sbilder sowie die Erarbeitung weiterführender Perspektiven für alter(n)sbezogene Forschung und zielgruppenbezogene Anwendungsbereiche im Kontext der Transmigration. Das empirische Untersuchungsfeld bildet  die Gruppe der älteren türkeistämmigen Migranten, die in der nacherwerblichen Lebensphase eine fortwährende Migration mit mehrmonatigen Aufenthalten in ihrem Herkunftsland und Deutschland als Aufnahmeland vollziehen. Das Erkenntnisinteresse bezieht sich auf die Frage, ob und wie ältere Pendelmigranten die Möglichkeiten der Transnationalisierung für sich strategisch nutzen, um einen neuen transnationalen Alternsstil bzw. Lebensstil im Alter zu entwickeln und zu leben. Die Analyse richtet sich in ihrem Fokus auf Konstruktionen von und Kommunikation über Alter(n), wie sie von den Probanden vermittelt werden und will überprüfen, ob  und inwieweit religionsbezogene Argumentationen eine Rolle spielen. 

Die im Forschungsansatz eingebundene transnationale Perspektive soll bei der Entwicklung bedarfs- und zielgruppengerechter personenbezogener Dienstleistungen für Menschen im höheren Lebensalter Altersmigranten ins  Zentrum der Aufmerksamkeit und eine Berücksichtigung ihrer "grenzüber- schreitenden" Lebenspraktiken ermöglichen. An die Forschungsergebnisse anschließen können auch Thesen zu gegenwärtigen und künftigen Anforderungen an soziale Sicherungssysteme im weltgesellschaftlichen/transnationalen Kontext.

Dauer des Promotionsprojektes: Bis voraussichtlich 2012

E-Mail: sarina.strumpen(at)uni-rostock(dot)de

WWW: Sarina Strumpen