Studium und Lehre

Allgemeine Hinweise

Die nachfolgenden Dokumente dienen als Orientierungshilfe für das Studium am IPV:

Leitlinien zur Erstellung von Hausarbeiten.

Modulschlüssel (Bezeichnung der Module).

Hinweise zur Erstellung eines Protokolls.


Bitte beachten Sie: Für die Wahrung der Abgabefristen ist stets die schriftliche Einreichung der Prüfungsleistungen relevant! Die elektronische Einreichung von Prüfungsleistungen per Email etc. besitzt keine aufschiebende oder fristwahrende Wirkung.

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Das Fach Politikwissenschaft

olitik und Wissenschaft, sind das nicht extreme Gegensätze? Zur Politik hat, so könnte man meinen, schließlich jeder mehr oder weniger informierte Beobachter - und das sind wir ja fast alle - etwas zu sagen. Bedeutet Politik nicht auch immer, Dinge wertend zu beurteilen, eine Meinung zu etwas zu vertreten, die genauso gut anders aussehen könnte? Und die Wissenschaft? Sollte nicht gerade sie davon frei sein und überprüfbare Tatsachen statt unbewiesener Meinungen produzieren? Läßt sich etwa wertfrei nachweisen, daß beispielsweise Regierung oder Opposition 'gute' Arbeit leisten?

 

Die Politikwissenschaft will in der Tat nicht irgendwelche Meinungen oder Ideologien pseudowissenschaftlich rechtfertigen. Der Disziplin geht es um die wissenschaftliche Durchleuchtung des "Politischen" in all seinen Facetten. Durch diesen besonderen Gegenstandsbereich definiert sich die Politikwissenschaft und hebt sich von anderen Universitätsfächern ab. Bei Einzelaspekten und durch die angewandten Methoden ergeben dabei immer wieder Berührungspunkte mit anderen Disziplinen, wie z.B. Jura, Wirtschaftswissenschaften, Geschichte oder Soziologie. Aus diesem Grund wurde die Politikwissenschaft von einem ihrer frühen Fachvertreter (Ernst Fraenkel) auch als "Integrationswissenschaft" bezeichnet; in der Folgezeit hat dann eine starke Spezialisierung eingesetzt.

 

Wie versucht die Politikwissenschaft, ihres Gegenstandsbereiches Herr zu werden? Sie beschäftigt sich erstens mit den Rahmenbedingungen von Politik und politischem Handeln: Hierbei interessieren vor allem rechtliche und ökonomische aber auch gesellschaftliche Grundlagen von Politik. Der zentrale Begriff in diesem Zusammenhang heißt "Verfassung," sowohl im direkten als auch im übertragenen Sinn. Zweitens geht es der Politikwissenschaft um die Analyse politischer Prozesse und ihrer Akteure. Hier stehen die Begriffe "Macht" und "Konflikt" im Vordergrund: Wie wird Macht erworben, erhalten und weitergegeben? Wie werden Konflikte im nationalen und internationalen Rahmen ausgetragen und geregelt? Und drittens werden einzelne Politikfelder untersucht: Entwicklungspolitik, Sozialpolitik oder Umweltpolitik. Wer sind die Akteure in diesen Politikfeldern, wie kommen Entscheidungen zustande und wie werden sie letztlich umgesetzt? Diese unterschiedlichen Dimensionen des Politischen beziehen sich sowohl auf nationale als auch auf internationale Politik. Die Zugänge zu diesen Bereichen können empirischer, ideengeschichtlicher oder theoretischer Natur sein, müssen jedoch immer wissenschaftlichen Ansprüchen genügen. Um unser Beispiel vom Beginn aufzugreifen: Die Beurteilung der Regierungs- oder Oppositionsarbeit ist sehr wohl möglich, wenn die Wissenschaftler die Maßstäbe ihrer Beurteilung verdeutlichen und die Beweisführung nachprüfbar gestalten.

 

Die Politikwissenschaft verfügt über eine lange Tradition: Schon im antiken Griechenland fanden sowohl philosophische als auch empirische Auseinandersetzungen mit der Politik statt. Autoren wie Platon oder Aristoteles gehören zu den Klassikern politischen Denkens. Dies gilt auch für ihre Nachfolger im Mittelalter und der Neuzeit, von Augustinus über Bodin, Hobbes und Locke bis hin zu Karl Marx und Max Weber. In Deutschland konnte sich die Politikwissenschaft nach einer langen Phase der Zersplitterung auf andere Disziplinen als Universitätsfach erst nach dem Zweiten Weltkrieg und zunächst auch nur in der Bundesrepublik etablieren. Bei aller Ausdifferenzierung der modernen Politikwissenschaft lassen sich doch drei Kernbereiche benennen, die auch am Institut für Politik- und Verwaltungswissenschaften der Universität Rostock abgedeckt werden:

  • Politische Theorie und Ideengeschichte
  • Vergleichende Regierungslehre/Vergleichende Analyse politischer Systeme
  • Internationale Politik

Diese Kernbereiche des Faches werden in ihren historischen, rechtlichen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Dimensionen beleuchtet. Damit erweist sich die Politikwissenschaft neben ihren älteren Traditionslinien vor allem als moderne Sozialwissenschaft, die neben Beschreibung und Erklärung auch Wert auf die Prognose zukünftiger Entwicklungen in Politik und Gesellschaft legt. Aus diesem Grund ist die wissenschaftliche Politikberatung für Institutionen und Praktiker in vielen Bereichen des öffentlichen Lebens ein wichtiger Bestandteil dieser Disziplin und eines der möglichen Berufsfelder für Absolventen des Faches.

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