Bücher (Monographien und Sammelbände)

 

 

Nikolaus Werz: Argentinien, Schwalbach 2012

Argentinien zählte Anfang des 20. Jahrhunderts zu den wohlhabenden Ländern der Erde. Hunderttausende von Europäern wanderten damals in einen Staat aus, der moderner zu sein schien als ihr eigenes Land. Auf die "oligarchische Republik" der Jahrhundertwende folgten politische Reformen und ein Aufstieg der Mittelschicht. Nach einem autoritären Rückfall wurde nach freien Wahlen ab 1945 der Peronismus zur wichtigsten politischen Kraft. Mit Juan Domingo Perón, seiner zweiten Frau Eva Duarte (Evita) und Ernesto Che Guevara hat Argentinien bekannte Populisten und Revolutionäre hervorgebracht.
Zwischen 1976 und 1983 herrschte eine repressive Militärdiktatur. Seitdem wird das Land demokratisch regiert. Eine Finanz- und Staatskrise von 2001 scheint überwunden, seit zehn Jahren besteht ein Wirtschaftswachstum, das vor allem auf die Rohstoffnachfrage an den asiatischen Märkten zurückgeht. Argentinien zählt zur Gruppe der Zwanzig (G20), in der sich die wichtigsten Industrie- und Schwellenländer über wirtschafts- und finanzpolitische Maßnahmen abstimmen.
Mit dem vorliegenden Band liegt erstmals wieder eine Einführung in das politische System vor. Der südamerikanische Staat wird dabei nach den Merkmalen westlicher Systeme analysiert, denen sich die Mehrheit der Argentinier zurechnet. Die Studie gelangt zu dem Ergebnis, dass gleichwohl spezifische Züge vorliegen (Populismus, Formen der Anomie, Klientelismus, Personalismus), die Argentinien in eine Demokratie sui generis verwandeln. (Quelle: wochenschau-verlag.de)

Andreas Boeckh; Friedrich Welsch; Nikolaus Werz (Hrsg.): Venezuela Heute. Politik - Wirtschaft - Kultur, Madrid/Frankfurt a. M. 2011.

Venezuela hat im Gegensatz zu vielen anderen Ländern
Lateinamerikas lange Zeit kaum Schlagzeilen produziert.
Seit der Demokratisierung im Jahre 1958 sind dem Land
gewaltsame Regimewechsel erspart geblieben und die
damit zumeist verbundenen massiven Menschenrechtsverletzungen
ebenfalls. Erst nachdem durch zwei
misslungene Militärputsche im Jahr 1992 die politische
Krise des Landes auch nach außen sichtbar geworden
war und erst recht nach dem Wahlsieg von Hugo Chávez
Frías im Jahr 1998 zog Venezuela wieder publizistische
und wissenschaftliche Aufmerksamkeit auf sich.
Der vorliegende Band versucht nicht, die Kontroversen,
die sich in der publizistischen und wissenschaftlichen
Literatur um die neueste venezolanische Politik und die
Person von Hugo Chávez gebildet haben zu glätten.
Vielmehr geht es darum, Experten unterschiedlicher
Positionen zu Wort kommen zu lassen. Dabei wird
anhand dieser Kontroversen ein vielschichtiges Bild
gezeichnet, was die Ambivalenz und die Widersprüche in
der Entwicklung des Landes selbst reflektiert.
Die Beiträge sind thematisch gegliedert in die Bereiche
„Politik und Gesellschaft“, „Wirtschaft“, „Kultur, Bildung
und Wissenschaft“ und „Venezuela und Deutschland“.

Weitere Informationen finden Sie hier.

Irene Gerlach; Eckhard Jesse; Marianne Kneuer; Nikolaus Werz (Hrsg.): Politikwissenschaft in Deutschland, Baden Baden 2010.

Der Band zielt darauf ab, die deutsche Politikwissenschaft auf den Prüfstand zu stellen – ihre Stärken und Leistungen zu benennen, ihre Defizite und ihre blinden Flecken. Er soll Anregungen über eine dringend notwendige Selbstverständigungsdebatte geben. Jeder Beitrag charakterisiert das spezifische Themengebiet, zeichnet Hauptlinien der Forschung nach, erläutert die Forschungskontroversen und zeigt den Wandel, die Perspektiven und Lücken der Forschung auf. Abschließend geht er auf die Rezeption der ausländischen Forschung bzw. die Spezifika der deutschen Forschung und ihre Außenwirkung in dem jeweiligen Themenbereich ein. Der Band ist die neue Standortbestimmung der Politikwissenschaft in Deutschland.

Mit Beiträgen von Klaus von Beyme, Ludger Helms, Günter C. Behrmann, Svenja Falk, Andrea Römmele, Henrik Schober, Martin Thunert, Hans Jörg Hennecke, Danny Schindler. Suzanne S. Schüttemeyer, Heinrich Oberreuter, Uwe Kranenpohl, Tilman Mayer, Martina Kortmann, Sabrina van der Pütten, Harald Schoen, Irene Gerlach, Marianne Kneuer, Eckhard Jesse, Tom Thieme, Christopher Daase, Hanns W. Maull, Jürgen H. Wolff, Jürgen Rüland, Nikolaus Werz, Wilfried von Bredow, Dirk Messner, Werner Weidenfeld, Peter Nitschke, Walter Reese-Schäfer, Birgit Enzmann, Joachim Behnke und Nathalie Behnke

Das Werk ist Teil der Reihe Veröffentlichungen der Deutschen Gesellschaft für Politikwissenschaft, Band 27. (Quelle: www.nomos.de). Einen Flyer finden Sie hier.

Lothar Probst; Johannes Saalfeld: Die Städtepartnerschaft Bremen - Rostock; Enstehung, Geschichte und Bilanz, Bremen/Rostock 2010.

Aus dem Klappentext: 1987 besiegelten die beiden Hansestädte Bremen und Rostock in einer Rahmenvereinbarung eine Städtepartnerschaft. Die Partnerschaft stand zunächst unter den spezifischen Bedingungen der deutsch-deutschen Teilung, und neben den offiziell vereinbarten Aktivitäten ließen sich spontane Bürgerkontakte angesichts der Reglementierungen durch die SED und die Staatssicherheit nur schwer realisieren. Ihre eigentliche Dynamik entwickelte die Städtepartnerschaft in der Zeit des politischen Umbruchs, nachdem die Bürgerinnen und Bürger in Rostock, so wie in anderen Städten der DDR, durch ihren Mut und ihre Entschlossenheit die alten politischen Strukturen zum Einsturz brachten. Schon kurz nach der Öffnung der Mauer gingen Bremer und Rostocker daran, gemeinsame Projekte zu initiieren und die Städtepartnerschaft auf allen gesellschaftlichen Ebenen mit Leben zu füllen. Wie stark die Verbundenheit der Bürgerinnen und Bürger der beiden Hansestädte in der Zeit des politischen Umbruchs war, zeigt das von einer Rostocker Bürgerinitiative im Januar 1990 organisierte "Volksfest für Bremen", an dem Tausende von Bremern teilnahmen. Als die Bremer Rostock verließen, rief ihnen ein Rostocker hinterher: "Kommt bloß wieder!" Da auch die Bremer Institutionen, an der Spitze der Senat, 1989/90 sehr schnell auf die neue Lage reagierten und institutionelle Hilfe leisteten, kann die Städtepartnerschaft Bremen - Rostock für die Zeit zwischen 1990 und 1992 als beispielhaft für die Bedeutung der Städtepartnerschaften beim Aufbau neuer Strukturen gelten. Es ist das Ziel dieser Publikation, die Entstehung und die Geschichte dieser Partnerschaft aus verschiedenen Perspektiven nachzuzeichnen und anlässlich des 20. Jahrestages der Deutschen Einheit an ihre Bedeutung in der Beziehung der beiden Städte zu erinnern.

Nikolaus Werz (Hrsg.): Populisten, Revolutionäre, Staatsmänner. Politiker in Lateinamerika, Frankfurt a.M./Madrid 2010.

Populisten, Revolutionäre, Staatsmänner — Politiker in Lateinamerika vermittelt einen Überblick über Leben und Wirken wichtiger Akteure und verweist auf ihren Platz in der nationalen bzw. kontinentalen Geschichte. Nach einer Einführung werden die Vorkämpfer der Unabhängigkeitsbewegung präsentiert: Der Argentinier San Martin und der Venezolaner Simón Bolívar prägten die Geschichte des Kontinents in der Gründungsphase und avancierten zu Symbolen eines gesamtlateinamerikanischen Bewusstseins. Vergleichsweise punktuell muss die Bezugnahme auf Personen des 19. Jahrhunderts ausfallen, im Mittelpunkt steht das 20. Jahrhundert: Zu den wichtigsten Personen zählen die historischen Populisten bzw. Präsidenten (Cardenas, Perón, Vargas). Es folgen einige der weniger bekannten demokratischen Reformer und Staatsmänner (Betancourt, Figueres, Frei).Weitaus häufiger stehen die Revolutionäre (Zapata, Che Guevara, Castro, Allende) und ihr Widerpart, die Militärdiktatoren (Trujillo, Pinochet), im Vordergrund. Das abschließende Kapitel ist Politikern der Gegenwart (Cardoso, Chávez, Morales) gewidmet.

(Info, Inhaltsverzeichnis, , Rezension in Lateinamerika-Nachrichten, März 2011: "Personalisiertes Politikverständnis" von Tobias Lambert, Rezension in der FAZ,  Juli 2010: "Erfahrungen" von Manfred Mols, Rezension in Welttrends, Januar/Februar 2011: "Castro und der Fluch des Bartes" von Sven Schuster, weitere Besprechungen)

Nikolaus Werz (Hrsg.): Sicherheit, Baden Baden 2009. (Veröffentlichungen der Deutschen Gesellschaft für Politikwissenschaft [DGfP]; 26).

Ob internationaler Terrorismus, Energieversorgung oder zunehmende Forderungen nach Auslandseinsätzen der Bundeswehr – Sicherheit, innere wie äußere, gehört zu den zentralen politischen Themen des frühen 21. Jahrhunderts. Die Beiträge der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Politikwissenschaft (DGfP) von 2007 im vorliegenden Band untersuchen innenpolitische, internationale und ideengeschichtliche Aspekte anhand aktueller Problemfelder. Hierzu gehören neben Betrachtungen zur weltweiten Sicherheitslage und zu westlichen Sicherheitskonzeptionen auch die Auswirkungen von Terrorismus und der Verbreitung von Atomwaffen sowie Fragen der Energiesicherheit, von Bundeswehreinsätzen im Ausland, der Migration und der Rolle von Geheimdiensten. Mit Aufsätzen von Eberhard Sandschneider, Peter Waldmann, Markus M. Müller, Martina Schlögel, Roland Sturm, Werner Link, Joachim Krause, Danko Knothe, Anna Daun, Klaus Brummer und Julia Schulze Wessel.

Nikolaus Werz: Lateinamerika. Eine Einführung. 2. Auflage Baden-Baden: Nomos 2008.

Das Buch bietet eine grundlegende politikwissenschaftliche Einführung zu Lateinamerika. Auf eien landeskundlichen Überblick folgt nach einem historischen Abriss eine Analyse der politischen Systeme zwischen Transformation und Konslidierung. Auf die sich wandelnde Rolle Lateinamerikas zu Beginn des 21. Jahrhunderts, den Linkstrend bei den jüngsten Wahlen und das Wiederaufleben des Entwicklungsnationalismus in einigen Ländern wird ebenfalls eigegangen.

Die zweite erweiterte Auflage enthält neben den aktuellen Entwicklungen ein Register sowie Hinweise auf Fachliteratur, aber auch auf Filme und Belletristik. (Info)

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Katharina Hess: Migration und Integration in Mecklenburg-Vorpommern. Hamburg: Kovac 2008.

Die jahrzehntelange Zuwanderung von Migranten in die hiesige Gesellschaft und die Notwendigkeit einer daraus resultierenden Integrationspolitik, stellen innerhalb der Bundesrepublik Deutschland mittlerweile eine weithin akzeptierte Tatsache dar. Wenig Beachtung findet dabei die Situation von Migration und Integration in den neuen Bundesländern, die sich allein aufgrund der unterschiedlichen Geschichte der beiden Staaten in vieler Hinsicht von der restlichen Bundesrepublik unterscheidet. Hieraus ergeben sich anders geartete Voraussetzungen für Zuwanderung, deren Folgen wie z.B. stetig niedrige Zuwandererzahlen oder eine unterschiedliche Dominanz der Herkunftsländer auch andere Herausforderungen für die Integration von Migranten bedeuten.

Am Beispiel von Mecklenburg-Vorpommern sollen diese Unterschiede sowie die daraus resultierenden Folgen für das Land erläutert werden. Auch wenn Mecklenburg-Vorpommern einen sehr niedrigen Anteil an Migranten aufweist, hat das Thema hier eine hohe Brisanz. Dies wird vor allem vor dem Hintergrund zunehmender demographischer Probleme, wie Schrumpfungs- und Alterungsprozesse der Bevölkerung sowie einer starken Abwanderung, deutlich.

Wie sich Zuwanderung in Mecklenburg-Vorpommern strukturiert, was für Probleme und Maßnahmen sich daraus für die Integration von Migranten sowohl auf Landesebene als auch auf Ebene der Kommunen ergeben und wie sie damit umgehen, soll in dieser Studie erörtert werden. Zudem soll auf die Akteure und gesetzlichen Regelungen eingegangen werden, die den Rahmen für Zuwanderungs- und Integrationspolitik bundes- und europaweit setzen.

 

Stefan Laetsch: Sind wir Deutschland? Eine politikwissenschaftliche Erklärung für das Fußballmärchen 2006. Hamburg: Diplomica Verlag 2008.

Im Sommer 2006 durfte die Bundesrepublik Deutschland die FIFA-Fußballweltmeisterschaft ausrichten. Unter dem Motto "Die Welt zu Gast bei Freunden" kamen zahlreiche Nationalmannschaften zusammen mit ihren begeisterten Anhängern nach Deutschland. Die Spiele der deutschen Nationalmannschaft wurden in den Stadien genauso wie vor zahlreichen Großbildschirmen zu euphorischen Fußballfeiern. Die Deutschen identifizierten sich mit der Fußballmannschaft und selten wurden so viele Deutschland-Fahnen und andere schwarz-rot-gelbe Accessoires verkauft und gezeigt wie während der Fußball-WM. Die Bevölkerung feierte ihre Mannschaft mit einem "weltoffenen Patriotismus", der vorher in dieser Form noch nicht zum Ausdruck gekommen war. Doch wie war diese plötzliche und für alle überraschende Offenheit zu erklären? Was ermöglichte die unverkrampfte, natürliche Identifikation der Deutschen mit ihrem eigenen Land? Hat sich während des "Sommermärchens 2006" ein neues, unverkrampftes Selbstverständnis gezeigt? In dem Buch gibt der Autor einen Überblick zu Geschichte, Entwicklung und Problematik deutscher Identität. Von der Gründung der Bundesrepublik bis zur Gegenwart werden facettenreich die historisch und politisch relevanten Phasen einer Annäherung der Deutschen an ihre Nation herausgestellt. Die Wiedervereinigung, der Beginn der "Berliner Republik" sowie die symbolische Auseinandersetzung mit der nationalsozialistischen Vergangenheit werden als notwendige Entwicklung dargestellt, die einen natürlichen Umgang mit der eigenen Geschichte und politischer Symbolik ermöglichten. Die ausgelassene Euphorie während der Fußball-WM erscheint somit als die Spitze einer Wirkungsgeschichte, an der nicht nur Jürgen Klinsmann und Franz Beckenbauer einen Anteil haben.

Nikolaus Werz (Hrsg.): Demografischer Wandel. Baden-Baden 2008 (Veröffentlichungen der Deutschen Gesellschaft für Politikwissenschaft [DGfP]; 25).

Der demografische Wandel schreitet schnell voran und begegnet uns in vielen Lebensbereichen. Begriffe wie Fertilität, Mortalität und Migration sind beinahe täglich in den Medien. Während die demografische Entwicklung der nächsten Jahrzehnte längst bekannt ist, wird in der Öffentlichkeit nur wenig über die politische Steuerbarkeit und den Umgang mit dem demografischen Wandel diskutiert. Der vorliegende Band beschäftigt sich mit der Frage, welche politischen Schlussfolgerungen aus der Erkenntnis zu ziehen sind, dass wir in einer sich wandelnden und älter werdenden Gesellschaft leben, die sich der Sicherung ihrer Sozialsysteme und der Integration von Migranten stellen muss. (Besprechung)

Steffen Schoon: Wählerverhalten und politische Traditionen in Mecklenburg und Vorpommern (1871-2002), mit CD-ROM. Düsseldorf: Droste 2007 (Beiträge zur Geschichte des Parlamentarismus und der politischen Parteien; 151).

Welche Merkmale weist das Wahlverhalten im ostdeutschen Bundesland Mecklenburg-Vorpommern auf und wie ist dieses zu erklären? Wie ist das Parteiensystem im Land strukturell verankert? Welche historische Kontinuitäten lassen sich hinsichtlich des Wählerverhaltens in der Region erkennen? Mit diesen und anderen Fragen beschäftigt sich die Studie von Steffen Schoon. Der Autor legt dabei auf Basis der Auswertung empirischer Daten eine grundlegende Analyse des Wählerverhaltens in Mecklenburg und Vorpommern vor und zeichnet erstmals ein umfassendes Gesamtbild der regionalen Wahlgeschichte. Er kommt zum Ergebnis, daß es trotz der unbestreitbaren Zäsuren und historischen Brüche durchaus Kontinuitätslinien im Wahlverhalten Mecklenburg-Vorpommerns gibt. Schoon tritt mit seiner Analyse der in der Öffentlichkeit und in Teilen der Forschung vertretenen Einschätzung, nach der die ostdeutschen Bürger ohne strukturelle und emotionale Bindungen und daher rein themen- oder personenorientiert wählen würden, entgegen. Sowohl die sich verstärkende regionale Verankerung der Parteien auf der Wählerebene als auch die steigenden individuellen Parteibindungen sprächen eher für die Stabilität im Wählerverhalten der Bürger Mecklenburg-Vorpommerns. Insofern deute einiges auf eine „Normalisierung“ des Wahlverhaltens zwischen Elbe und Ostsee hin. Vor diesem Hintergrund verweist Schoon schließlich auf die Notwendigkeit, diejenigen Theoriemodelle zur Erklärung des Wahlverhaltens in Mecklenburg-Vorpommern respektive in Ostdeutschland zu verwenden, die langfristig wirkende Bestimmungsfaktoren beinhalten.

Steffen Schoon/Britta Saß/Johannes Saalfeld: Kein Land(tag) in Sicht? Bündnis 90/Die Grünen in Mecklenburg-Vorpommern. herausgegeben von der Heinrich-Böll-Stiftung Mecklenburg-Vorpommern, München: Olzog 2007.

Die Partei Bündnis 90/Die Grünen steht in Mecklenburg-Vorpommern vor besonderen Herausforderungen. Seit 1990, den ersten freien Wahlen in diesem Bundesland, kämpft sie vergeblich um den Einzug in das Landesparlament. Das liegt nicht nur an den für grüne Politik problematischen Rahmenbedingungen im Land - ländliche Strukturen, wenig urbane Zentren, schwache Zivilgesellschaft, tiefgreifende ökonomische Probleme - wie die Autorin und Autoren in diesem Band nachweisen. Die von der Heinrich-Böll-Stiftung MV herausgegebene Studie stellt vor diesem Hintergrund erstmalig die Geschichte von Bündnis 90/Die Grünen, ihre Themen, Strukturen, ihre Verankerung im Land und den Einfluss auf die Landespolitik umfassend dar und bewertet diese. Gleichzeitig arbeitet sie die Potenziale für die Entwicklung der bündnisgrünen Partei auf, um davon ausgehend, Strategien und Chancen der Partei zu diskutieren. Neben der Aufarbeitung der Geschichte und der kritischen Analyse der Chancen für grüne Politik und die grüne Partei, soll hiermit auch ein Mosaikstein für die Geschichte der gesamten Partei geliefert werden.

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Nikolaus Werz: Lateinamerika. Eine Einführung. Baden-Baden: Nomos 2005.

Wo liegt Lateinamerika? Ist es Teil der sog. Dritten Welt oder eine Verlängerung des Westens in den südlichen Regionen? Handelt es sich nach wie vor um den »Kontinent der Zukunft« oder fällt die Region zurück? Wird der in den 1980er Jahren begonnene Übergang von Diktatur und Revolution zur Demokratie erfolgreich sein? Das Buch gibt eine Einführung in die Probleme und Chancen Lateinamerikas, wobei der Schwerpunkt auf den 18 spanischsprachigen Ländern der westlichen Hemisphäre liegt. Nach einer allgemeinen Einführung sowie Ausführungen zur Lateinamerikaforschung folgt ein historischer Überblick, anschließend werden in systematischer Weise Merkmale der politischen Systeme zwischen Transformation und Konsolidierung dargestellt. Dazu gehören: Staat und Präsidentialismus, Parteien, Demokratie und Wahlen, soziale Schichten und Interessengruppen, katholische Kirche und Religionen, politische Kultur, Außenpolitik und Integrationsbemühungen. Neben der Politik werden gesellschaftliche und kulturelle Aspekte behandelt.

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Nikolaus Werz/Reinhard Nuthmann (Hrsg.): Abwanderung und Migration in Mecklenburg-Vorpommern. Wiesbaden: VS-Verlag 2004.

Das Bundesland Mecklenburg-Vorpommern (MV) kann auf eine lange und wechselhafte Migrationsgeschichte zurückblicken.Mitte des 19. Jahrhunderts wies die Region neben Irland die höchste Emigration aus Europa auf. In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts kamen Fremdarbeiter in die unterbevölkerte Küstenregion, nach dem Zweiten Weltkrieg erfolgte die forcierte Zuwanderung von Flüchtlingen, Vertriebenen und Umsiedlern. Zu DDR-Zeiten wurden im Zeichen der staatlichen Industrialisierung und des Ausbaus militärischer Standorte Familien aus anderen Bezirken im Nordosten angesiedelt mit dem Ergebnis, dass MV noch Anfang der 1990er Jahre die jüngste Bevölkerung Deutschlands hatte. Im Zuge des Mauerfalls und des Transformationsprozesses setzte eine Abwanderung ein, die in den 1990er Jahren nur vorübergehend nachließ, um zum Ende des 20. Jahrhunderts wieder anzusteigen. Trotz des hohen Stellenwertes in der Landesgeschichte und obwohl MV als eine Art "Laboratorium für migratorische und demografische Entwicklungen" gilt, ist das Thema kaum erforscht. Der vorliegende Sammelband möchte einen Überblick über die Wanderungsgeschichte, die aktuellen Migrationsprozesse und ihre Konsequenzen geben, um das Phänomen schließlich in den europäischen Kontext zu stellen.

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Hans Jörg Hennecke: Die dritte Republik. Aufbruch und Ernüchterung. Berlin: Propyläen 2003.

Mit nüchternem, auf das Wesentliche gerichtetem Blick legt der Politikwissenschaftler Hans Jörg Hennecke eine kritische, abgeklärte Bilanz der ersten Regierung Schröder vor und versucht eine historische Ortsbestimmung der neuen Republik. »Bonn ist nicht Weimar« hieß ein geflügeltes Wort aus den Anfängen der Bundesrepublik. »Berlin ist nicht Bonn« lautet das Fazit der ersten Regierung Schröder. Der Übergang in die dritte Republik war einschneidend: Der rot-grüne Wahlsieg 1998 als erster vollständiger Regierungswechsel in der fünfzigjährigen Geschichte der Bundesrepublik; die erste Linkskoalition; der Umzug von Regierung und Parlament vom Rhein an die Spree; die Auflösung der tradierten Parteikonturen und Wählermilieus; die ersten Auslandseinsätze der Bundeswehr. Man kann darüber streiten, ob und wie die rot-grüne Bundesregierung diese Herausforderungen gemeistert hat. Unstrittig ist, dass die Republik ihr Gesicht dramatisch verändert hat - nach außen wie nach innen. Mit nüchternem, auf das Wesentliche gerichtetem Blick legt der Politikwissenschaftler Hans Jörg Hennecke eine kritische, abgeklärte Bilanz der ersten Regierung Schröder vor und versucht eine historische Ortsbestimmung der neuen Republik.

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Gudrun Heinrich: Kleine Koalitionspartner in Landesregierungen. Zwischen Konkurrenz und Kooperation. Opladen: Leske&Budrich 2002.

Das Buch analysiert die Rolle des jeweiligen kleinen Koalitionspartners in den Landesregierungen der Bundesrepublik und liefert in diesem Zuge eine Bestandsaufnahme der Strukturen von Koalitionsregierungen auf Ebene der Bundesländer.

 

 

 

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Detlef Jahn/Nikolaus Werz (Hrsg): Politische Systeme und Beziehungen im Ostseeraum. München: Olzog 2002.

Seit 1989/90 gewinnt der Ostseeraum eine immer größere Bedeutung. Trotz der vorhandenen Wohlstandsunterschiede zwischen den alten westeuropäischen Demokratien und den osteuropäischen Transformationsstaaten eröffnen sich neue Chancen für eine kooperative regionale Entwicklung. Für Mecklenburg-Vorpommern enthält diese Region große Zukunftspotenziale, und auch Schleswig-Holstein und Hamburg richten Politik und Wirtschaft zunehmend auf die Ostseeregion aus. Trotz der gestiegenen Bedeutung der Ostseeregion sind die Kenntnisse über die Anrainerstaaten, die dortige Politik sowie die internationalen und transnationalen Beziehungen nicht sehr ausgeprägt. Dieser Band stellt deshalb Informationen über die politischen Systeme und Beziehungen im Ostseeraum zur Verfügung und betrachtet dabei exemplarisch die folgenden Aspekte: Vertrauen in die Demokratie im Ostseeraum, Sicherheitspolitik, der Umgang mit der Vergangenheit, Entwicklung des Tourismus, lokale Umweltinitiativen (Agenda21), grenzüberschreitende organisierte Kriminalität, wirtschaftliche und technische Kooperation. Schließlich skizzieren Praktiker der Politik im Ostseeraum Zukunftsperspektiven der Region.

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Wolfgang Gabler/Nikolaus Werz (Hrsg.) Gesellschaft der Generationen. Ein Kolloquium. Weimar/Rostock: Edition M. 2002.

Seit einiger Zeit ist in Deutschland wieder viel von Generationen die Rede. Die Art der Beteiligung von Umweltminister Joschka Fischer an der Studentenrevolte holte Anfang 2001 die ,,Generation der 68er“ erneut ins Blickfeld. Westdeutsche SchriftstellerInnen um die 30 – beispielsweise Benjamin von Stuckrad-Barre oder Christian Kracht – werden zur „Generation Golf“ (Florian Illies) gezählt Und bei den 2002 anstehenden Bundestagswahlen präsentiert sich eine Gruppierung keck als ,,Partei der jungen Generation“. Wenig indessen hört man von den Jahrgängen dazwischen. Ganz besonders still ist es um die Mitglieder dieser Generation, die in der DDR geboren wurden. Der Liedermacher Gerhard Gundermann (1955-1998) sprach deshalb von der „übersprungenen Generation“: Zur Wende-Zeit war sie Mitte 30, und sie war auf dem Sprung in die gesellschaftlichen Führungspositionen – mit der deutschen Vereinigung wurde das Greifbare zur Fata Morgana. Stimmt dieser Befund? Haben wir es etwa mit einer „melancholischen Generation“ zu tun, die zwischen dem Aktionismus der ,,68er“ und der lässigen Ironie der „89er“ verschwindet?

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Nikolaus Werz/Hans Jörg Hennecke: Parteien und Politik in Mecklenburg-Vorpommern. München: Olzog 2000.

Wegen seiner Randlage scheint Mecklenburg-Vorpommern im Windschatten der Entwicklung Deutschlands zu liegen. tatsächlich bildet es in jüngster Zeit in dem Laboratorium, das die Bundesrepublik seit 1989/90 darstellt, einen Sonderfall. Schon 1994 wurde in der SPD über die Möglichkeit einer Regierungsbildung der postkomministischen PDS diskutiert, nach der Landtagswahl 1998 kam es zur ersten Koalition mit der SED-Nachfolgepartei in der Geschichte der Bundesrepublik deutschland. Handelt es sich um einen historischen Sündenfall oder einen Beitrag zur deutschen Einheit? Vor diesem Hintergrund gewinnt die Analayse der Parteienlandschaft in dem Bundesland, aus dem wichtige Personen der Bundespolitik wie Angela merkel, Günther Krause, Joachim Gauk, Harald Ringstorff und Helmut Holter hervorgegangen sind, eine besondere Bedeutung.

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Wolfgang Gabler/Nikolaus Werz (Hrsg.): Zeiten-Wende – Wendeliteratur. Umrisse. Schriften zur mecklenburgischen Landesgeschichte, Band 4. Weimar/Rostock: Edition M. 2000.

Im Herbst 1999 jährte sich die Wende in der DDR zum zehnten Mal. Aus diesem Anlaß fand im Ehm Welk-Haus in Bad Doberan im November 1999 ein zweitägiges Kolloquium statt. Dabei trafen sich drei Sozial- mit drei Literaturwissenschaftlern, um mit dem Publikum die jeweils fachspezifischen Sichtweisen auf den Herbst 1989 zu diskutieren.Der Band enthält die überarbeiteten Beiträge der Referenten. Nikolaus Werz (Rostock) skizziert politikwissenschaftliche Annäherungen an das Jahr 1989: Handelt es sich um eine Wende, eine friedliche Revolution oder eine Transformation? Klaus-Peter Schöppner (Bielefeld) analysiert auf der Grundlage von EMNID-Umfragen politische und gesellschaftliche Einstellungen in den alten und neuen Bundesländern. Bernhard Meyer-Probst (Rostock) präsentiert Ergebnisse der psychologischen Transformationsforschung. Im zweiten Teil geht es um literarische Aspekte: Wolfgang Gabler (Pastow) geht der Frage nach, ob es sich beim Wenderoman um ein neues literarisches Genre handelt. Matthias Schümann (Rostock) betrachtet Texte aus Ost und West, die „die Wende als Witz", d.h. unter einem komisch-satirischen Gesichtspunkt thematisieren. Jürgen Grambow (Altefähr/Rügen) interpretiert Wendeliteratur von AutorInnen aus Mecklenburg-Vorpommern.

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Bert Becker/Jürgen Rüland/Nikolaus Werz (Hrsg.): Mythos Mittelschichten. Zur Wiederkehr eines Paradigmas der Demokratieforschung. Bonn: Bouvier, 1999.

Sowohl Modernisierungstheoretiker in der Nachfolge Seymour Martin Lipsets als auch der neomarxistisch inspirierte Strukturalisten in der Tradition Barrington Moores wiesen den Mittelschichten eine Schlüsselrolle im politischen Wandel zu. Mit dem präzedenzlosen Wirtschaftswachstum der ost- und südostasiatischen Tigerstaaten und den mit zeitlicher Verzögerung in einigen Ländern der Region einsetzenden Demokratisierungsprozessen erlebte die modernisierungstheoretische Version des Mittelschichtentheorems eine Renaissance. Die darin den Mittelschichten zugewiesene Funktion einer intervenierenden Variable für die Demokratisierung löste eine lebhafte sozialwissenschaftliche Debatte aus.

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Nikolaus Werz/Jochen Schmidt (Hrsg.): Mecklenburg-Vorpommern im Wandel. Bilanz und Ausblick. München: Olzog 1998.

Wie schon 1990 und 1994 sehen sich die Bürger Mecklenburg-Vorpommerns in diesem Jahr einem Wahlmarathon gegenüber: Neben Kommunal- und Bundestagswahlen finden die dritten Landtagswahlen statt. Knapp sieben Jahre nach der Neukonstituierung des Landes zieht der Band eine erste Bilanz der Umbrüche und gibt einen Ausblick auf die zukünftige Entwicklung des Landes. Das Buch liefert im Stil der politischen Landeskunden fundierte und gut lesbare Informationen. Geschichte, politische Entwicklung, wirtschaftliche und geographische Daten sowie kulturelle Eigenheiten bilden wichtige Elemente.

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