Mai bis September 2017:‎

 

Zwei Jahre nach Beginn des Projektes mehren sich die Erfolge.

Zulassungen

Mindestens 17 weitere Teilnehmer werden ab dem WS 17/18 ein Studium aufnehmen oder fortsetzen, 12 davon in medizinischen Fächern (darunter vier Frauen), die anderen fünf in Ingenieurwissenschaften (unter ihnen eine Frau). Von den künftigen Medizinstudenten gehen zwei an die Medizinische Hochschule in Hannover, einer an die Uni Mainz. Sie, und auch einige der in Rostock Verbleibenden, hatten weitere Zulassungen erhalten, darunter in Bochum, Halle, Marburg Regensburg, sowie Einladungen zum Auswahlgespräch an die TU Dresden.

Von den Ingenieuren beginnt Fadel Alkhateeb ein Aufbaustudium Bauingenieurwesen an der TU Dresden und Nour Eddin al Sadat einen M.Sc. im gleichen Fach an der TU Berlin. Die anderen drei Ingenieur-Anwärter werden in Rostock studieren: Alaa Alzahabi setzt ihr Studium des Maschinenbaus und Ala Ddin Alhamoud seines der Informatik fort; Firas Alasmar, der in Syrien Bauingenieurwesen belegt hatte, sattelt auf Elektrotechnik um.

Sprachprüfungen

Die künftigen Studierenden erwarben im Sommer ihre Sprachzertifikate auf dem erforderlichen Niveau. Fadel Alkhateeb, Nour Eddin al Sadat, Heba Almurai und Lilav Mohamad, die schon länger Deutsch lernten, erwarben das DSH 2 Zertifikat; ebenso Karim Baghdadi, der allerdings erst seit Ende 2016 Deutschunterricht hatte. Ahmad Almurai erzielte DSH 3 und war auch bei TestDaF sehr erfolgreich.

Alle acht Teilnehmer des Sonderkurses Schreiben von Frau Ines Patzig werden im WS 17/18 ihr Studium eines medizinischen Faches aufnehmen. Neben den bereits erwähnten Teilnehmern waren die Schwestern Heba und Yara Alyousef sowie Abdulrhman Alahmad und Ahmad Allouz besonders erfolgreich: Sie bestanden die DSH 2 Prüfung lange vor Kursende; Abdulrhman Alahmad bestand dazu auch noch TestDaF mit über 4x4.

Praktika

Ein Großteil der zukünftigen Medizinstudenten haben in den letzten Monaten einen Teil ihres obligatorischen Pflegepraktikums an Rostocker Universitätskliniken absolvieren können. Wir sind den Verantwortlichen und insbesondere Frau Müller sehr dankbar für die Vermittlung dieser Praktikumsplätze. Die Pflegearbeit fiel den syrischen (wie auch den deutschen) Praktikanten oft nicht leicht, sie lobten aber durchgehend die Unterstützung der Schwestern. 

Über den Sommer erhielt Fadel Alkhateeb die Chance eines zweimonatigen Praktikums bei dem Rostocker Unternehmen PM und beendete dieses erfolgreich. Nun beginnt Ali Alhamoud bei derselben Firma ein vierwöchiges Praktikum. Unternehmen wie die Rostocker Projektmanagement GmbH leisten mit ihrer Bereitschaft, Praktika anzubieten, einen wertvollen Beitrag zur fachlichen und sozialen Integration unserer Projektteilnehmer.

Es ist allerdings nicht leicht, die notwendige Erlaubnis des Jobcenters für das Ableisten eines Praktikums zu erhalten. Auffällig ist, dass die Betreuer und Betreuerinnen im Jobcenter Rostock einen so großen Ermessungsspielraum zu haben scheinen, dass keine Systematik der Entscheidungen erkennbar ist. Ein Dialog mit der Behörde zu diesem Thema ist daher dringend erforderlich.

Das Projekt erhielt im Frühsommer erneut eine Spende der Wissenschaftsstiftung MV; ohne diese, wären die Ziele für 2017 nicht zu erreichen gewesen.  

Februar bis April 2017

Das Projekt erhält weitere finanzielle Unterstützung durch die ApoBank Stiftung und durch das Rektorat der Universität Rostock. Auch der Lions Club Rostock sicherte uns seine weitere Hilfe zu.

Amjad Sawas und Raed Edilby, die bereits Pharmazie in Marburg bzw. Erlangen studieren, erhalten aus Mitteln der ApoBank Stiftung ein Stipendium von 300 Euro monatlich für die Dauer von einem Jahr. Raed Edilby wurde in das sechste Semester hochgestuft. Er absolviert seit zwei Monaten ein freiwilliges Praktikum in einer Erlanger Apotheke. Tarek Kharma und Mohammad Allaf traten im April wissenschaftliche Hilfskraftstellen in der Unibibliothek an.

Ein Großteil der Spenden fließt weiterhin in den Deutschunterricht. Insgesamt befinden sich mehr als die Hälfte der Projektteilnehmer/innen in mindestens einem Deutschkurs. Am 15. Februar begann ein aus Spenden finanzierter Sonderkurs „Schreiben in deutscher Sprache“, dem nun ein „Fortgeschrittenenkurs Schreiben“ und die Vorbereitung auf Zertifikatsprüfungen (TestdaF oder DSH) im Juni bzw. Juli 2017 folgen. Der Kurs umfasst acht Teilnehmer (vier Frauen und vier Männer) mit Abiturnoten zwischen 1,2 und 1,0, die alle das Studium eines medizinischen Faches anstreben.

 

 

Ali Alhamoud und Fadel Alkhateeb bereiteten sich im Februar/März an der TU Braunschweig (kostenpflichtig) für die DSH Prüfung vor, die in Rostock nicht angeboten wird; während ersterer im März bestand und bereits sein Masterstudium Bauingenieurwesen antreten konnte, wird letzterer im Mai/Juni noch einen Wiederholerkurs belegen. Ziad Nameh fand in Dessau einen kostenlosen DSH Kurs.

Mit Nesrin Mohamad und Besher Kahjwali ist es zwei weiteren Teilnehmern des Projekts gelungen, den Übergang ins Studium zu schaffen: sie wurden an der Uni Rostock für den M.Sc. Dienstleistungsmanagement zugelassen. Nesrin Mohamad hat im März ein Praktikum bei der OSPA absolviert, Besher Kahjwali fand eine Hiwistelle in der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät. Marah Abdulaal hat ihr dreimonatiges Pflegepraktikum im Universitätsklinikum Rostock erfolgreich beendet. Yamen Bitar bestand die Aufnahmeprüfung in das Studienkolleg Richtung M (Medizin) in Sachsen mit sehr gutem Erfolg.

Es ist gelungen, auch die letzten beiden Projektteilnehmer, die noch in Sammelunterkünften wohnten, in eigene Zimmer zu vermitteln. Insgesamt ein guter Jahresanfang!

Februar 2017

Das Projekt erhält weitere finanzielle Unterstützung durch die Apostiftung und durch das Rektorat der Universität Rostock. Auch der Lions Club Rostock sicherte uns seine weitere Hilfe zu.

Amjad Sawas und Raed Edilby, die bereits Pharmazie in Marburg bzw. Erlangen studieren, erhalten aus Mitteln der Apostiftung ein Stipendium von 300 Euro monatlich für die Dauer von einem Jahr.

Insgesamt befinden sich zurzeit 22 Projektteilnehmer/innen in mindestens einem Deutschkurs. Am 15. Februar beginnt ein neuer, intensiver Deutsch-Sonderkurs „Schreiben in deutscher Sprache“ mit anschließender weiterer Vorbereitung auf Zertifikatsprüfungen im Juni und Juli 2017. Der Kurs umfasst sieben Teilnehmer (vier Frauen und drei Männer), die alle das Studium eines medizinischen Faches anstreben. Fadel Alkhateeb und Ali Alhamoud bereiten sich an der TU Braunschweig für die DSH Prüfung im März vor; sie streben dort zum Sommersemster 2017 das Studium des M.Sc. Bauingenieurwesen an.

Mit Nesrin Mohamad und Besher Kahjwali ist es zwei weiteren Teilnehmern des Projekts gelungen, den Übergang ins Studium zu schaffen: Sie wurden an der Uni Rostock für den M.Sc. Dienstleistungsmanagement zugelassen. Damit studieren bereits acht Personen aus der Integrationsgruppe.

Yamen Bitar hat die Aufnahmeprüfung in das Studienkolleg Richtung M (Medizin) in Sachsen mit sehr gutem Erfolg bestanden. Nesrin Mohamad wird im März ein Praktikum bei der OSPA absolvieren. Neser Aljamous, der LA Sport und Sozialkunde studiert, fand eine Hiwistelle in der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät. Marah Abdulaal hat ihr dreimonatiges Pflegepraktikum im Universitätsklinikum Rostock erfolgreich beendet.

Juli 2016

Die Bewerbungsphase an Universitäten und Studienkollegs hat viel Kraft gekostet. Im Endeffekt haben sich 13 Teilnehmer um einen Studienplatz oder die Aufnahme in ein Studienkolleg beworben.

Im Anschluss an die Bewerbungsphase werden nun die BAföG-Anträge gestellt. Auch wird versucht, Stipendien von Stiftungen zu erhalten, deren Bewerbungsfrist noch nicht abgelaufen ist.

Nächste Woche beginnt ein neuer, studienvorbereitender 8wöchiger Sprachkurs für 6-8 der Teilnehmer.

August-November 2016

Die Bilanz der letzten Monate ist gemischt. Am 19. Juli hatten acht Teilnehmer den TestDaF abgelegt; keiner hat das erforderliche Niveau (4x4) erreicht. Die besten Ergebnisse betrugen 5,5,3,4 und 5,4,3,4 und erfüllen damit nicht die Anforderung von mindestens 4x4.  Raed Edilby und Amjad Sawas gelang es jedoch, an einer DSH Prüfung der Universität Erlangen-Nürnberg bzw. Marburg  teilzunehmen und zu bestehen. Daraufhin konnten sie ihre Studienplätze in Pharmazie antreten. Beide erhalten Bafög und haben erst nach einer sehr schwierigen Suche ein Zimmer gefunden. 

Ali Alhamoud und Fadel Alkhateeb hingegen, die gleich an zwei Universitäten (Uni Stuttgart und TU Braunschweig) Zulassungen für den M.Sc. Bauingenieurwesen erhalten hatten, konnten ihr Studium nicht antreten. An der Uni Stuttgart erhielten sie keinen Platz im vorbereitenden Deutschkurs und an der TU Braunschweig keinen DSH Prüfungsplatz. Beide versuchen es nun zum Sommersemester 2017 erneut.

Von den  vier Bewerbern auf ein Studienkolleg hat keiner den Aufnahmetest bestanden. Mohammad al Olabi hat daraufhin seinen Studienwunsch verschoben und absolviert nun in Hamburg eine Berufsausbildung zum Bauzeichner. Ziad Nameh orientiert sich neu, Rabie Ftineh besucht das Abendgymnasium in Rostock und wird in zwei Jahren die Feststellungsprüfung ablegen. Yamen Bitar aber, der sich in Leipzig für die Richtung M beworben hatte und nur knapp gescheitert war, erhielt das Angebot, ein Semester lang einen Vorkurs an der Uni Leipzig zu besuchen und danach den Aufnahmetest  erneut abzulegen. Dieses einmalige Angebot hat er angenommen und innerhalb von nur zwei Tagen seine Zelte in Rostock abgebrochen und einen Platz im Studentenwohnheim in Leipzig gefunden.

Zu unserer Überraschung entschloss sich Nour Eddin al Sadat, der als erster seinen (damals) Wunschstudienplatz in an der Ruhr-Universität in Bochum erhalten hatte, diesen nicht anzutreten. Begründung: In einem englischsprachigen Masterstudiengang, der fast ausnahmslos von Ausländern besucht wird, kann seine  Integration nicht gelingen; ein nachvollziehbares Argument. Nach einigem Hin und Her arbeitet er nun als Ingenieur (BA) im Bundesgesundheitsministerium in Berlin.

Last not least: Vier Teilnehmer konnten an der Uni Rostock immatrikuliert werden! Mohammad Allaf, Agraringenieur aus Aleppo, studiert den M. Sc. Pflanzenproduktion und Umwelt. Tarek Kharma und Mohammad Adel Sheik Mkhanek, beide aus Damaskus, haben sich für den BA Elektrotechnik bzw. BA Maschinenbau immatrikuliert. Neser Aljamous studiert Sport und Sozialkunde für das Lehramt Regionalschulen, allerdings bedingt auf die Nachreichung des Sprachzertifikats. Alle vier erhalten Bafög.

Dezember 2016

Es wurden neue Förderanträge an die bisherigen Sponsoren gestellt. Ferner wurde in Zusammenarbeit mit der ApoStiftung ein Bewerbungsleitfaden für Flüchtlinge für die Studiengänge Pharmazie und Medizin erarbeitet, der online eingestellt ist und an die Akademischen Auslandsämter deutscher Universitäten verschickt wird.

Taqi Akrama und Marah Abdulaal absolvieren in Vorbereitung auf ihr Medizinstudium in Rostock ein dreimonatiges Pflegepraktikum im Universitätsklinikum.

Der Bewerbungsprozess für das Sommersemester 2017 ist gestartet; diesmal sind es nur vier Bewerber, davon zwei für die Uni Rostock

Juni 2016

Ein weiterer Teilnehmer, Raed Edilby aus Damaskus, hat die Anerkennung seiner im Ausland erbrachten Studienleistungen erhalten. Von sechs erfolgreich abgeschlossenen Jahren des Pharmaziestudiums an der Universität Damaskus wurden ihm 2,5 Jahre und von den 10 Fachgebieten der deutschen Approbationsordnung fünf anerkannt. Ferner gilt der erste Abschnitt der Pharmazieprüfung als bestanden.

Mai 2016

Zwei Teilnehmer haben bisher eine Anerkennung ihrer im Ausland erbrachten Studiienleistungen erhalten. Marah Abdulaal aus Idlib wurden von zwei abgeschlossenen Jahren ihres Medizinstudiums drei Semester anerkannt. Amjad Sawas erhielt die Anerkennung eines von zwei absolvierten Semesters des Studiengangs Pharmazie bzw. der Hälfte der Fächer, die hier in in das erste Studienjahr fallen. Beide hoffen darauf, ihr Studium in Deutschland fortsetzen zu können.

Neser Aljamoud, vor 10 Jahren Leistungssportler in Syrien (Bronze in Judo), hat die Eignungsprüfung für das angestrebte Sportstudium erfolgreich bestanden.

April 2016

Nour Eddin al Sadat aus Damaskus hat als Erster seinen gewünschten Studienplatz erhalten! Er kann ab Oktober den M.Sc. Computational Engineering an der Uni Bochum studieren. In Vorbereitung darauf besucht er seit Beginn des Sommersemesters die Vorlesung und Übung „Analytics and Numerics of Partial Differential Equations“ an der Uni Rostock.

Die Ärzte- und Apothekerbank hat erklärt, jeweils drei der angehenden Studierenden der Pharmazie und Medizin finanziell fördern zu wollen.