Forschungskonzeption

Gegenstand der Bank- und Finanzwirtschaft sind Investitions- und Finanzierungsentscheidungen von Wirtschaftssubjekten, zu denen sowohl Unternehmen als auch Privatpersonen gehören. Diese Entscheidungen werden auf Kapitalmärkten getroffen, die in der Realität von dem der neoklassischen Theorie zugrunde liegenden Bild eines vollkommenen und vollständigen     Marktes abweichen.

Beispielsweise sind die im Markt vorhandenen Informationen häufig asymmetrisch zwischen den einzelnen Marktteilnehmern verteilt und Wertpapiertransaktionen können i.d.R. nicht kostenlos durchgeführt werden. Kreditinstitute spielen in diesem Zusammenhang eine wichtige Rolle; denn sie helfen bei der Überwindung der Informationsasymmetrien und der Reduktion der Transaktionskosten.

Vor diesem Hintergrund hat sich die Bankwirtschaft in den vergangenen Jahrzehnten von einer rein klassifizierenden und institutionell orientierten Wissenschaft mehr und mehr entfernt. Sie folgt damit der modernen Finanzierungstheorie. Diese Entwicklung soll an dem Lehrstuhl weiter vorangetrieben werden, indem eine theoretisch basierte und empirisch gestützte Forschung betrieben wird, in die u.a. informationsökonomische und spieltheoretische Ideen einfließen.

Speziell für den Bereich der Bankwirtschaft bedeutet dieses, dass nicht den Ideen der traditionellen, institutionell geprägten Bankbetriebslehre gefolgt wird, sondern der international geprägten und mikroökonomisch fundierten Theorie der Finanzintermediation. Diese Theorie bietet gleichzeitig Ansatzpunkte für ein Engagement in dem von der Fakultät und insbesondere dem Institut für Betriebswirtschaft verfolgten Schwerpunkt „Dienstleistungsmanagement und Dienstleistungsmärkte“; denn sie bildet das theoretische Fundament zur Erklärung der Existenz von Finanzdienstleistern und ihrer speziellen Funktionen.

Aus methodischer Sicht wird primär eine quantitativ orientierte Forschung betrieben. Inhaltlich ist die Forschung tendenziell breit angelegt, um den Bereich der Finanzdienstleistungen aus Sicht der Anbieter und der Nachfrager abzudecken und damit sowohl Aspekte der Bankwirtschaft also auch der Finanzwirtschaft zu erfassen, wobei jedoch zumindest kurzfristig der Schwerpunkt bei bankwirtschaftlichen Fragestellungen liegt. Als Beispiel seien hier Fragen zur Regulierung und zur externen Rechnungslegung der Kreditinstitute genannt.

Ein wichtiger Aspekt der Forschung stellt – neben der internationalen Ausrichtung – die Kommunikation der Forschungsergebnisse dar, damit sie u.a. der Praxis zugänglich sind. Dabei ist auch der regionalen Verankerung der Universität Rostock Rechnung zu tragen. Eine gute Möglichkeit bieten dazu die „Rostocker Bankentage“, die bereits seit Jahren vom interdisziplinär ausgerichteten „Institut für Bankrecht und Bankwirtschaft“ veranstaltet werden.