BMInno - Betriebsräte und Mitarbeiter in betrieblichen Innovationsprozessen

Erfahrungstransfer und Analyse von neuen Instrumenten, Erfolgsfaktoren und Hemmnissen zur beteiligungsorientierten Gestaltung von Innovation

In den letzten Jahren haben Arbeitgeber, Gewerkschaften und Betriebsräte in der deutschen Metall- und Elektroindustrie in einer Reihe von Betrieben die gemeinsame Umsetzung von betrieblichen Innovationsprozessen vereinbart. Diese Verabredungen sind Teil von Tarif- und Betriebsvereinbarungen, die im Rahmen von betrieblichen Strukturanpassungen getroffen werden.

Das Neuartige an diesen Vereinbarungen ist, dass sie als unternehmensbezogene, i. d. R. zeitlich befristete Instrumente "jenseits des traditionellen Managements" das Innovationspotenzial der Mitarbeiter parallel zu den vorhandenen betrieblichen Strukturen systematisch erschließen wollen. Innovation wird dabei nicht länger nur als Managementaufgabe bzw. als Aufgabe einer F&E-Abteilung angesehen, sondern als Aufgabe der gesamten Belegschaft und als partnerschaftlicher Prozess. Alle Mitarbeiter sollen die Möglichkeit haben, selbst Innovationsideen zu verfolgen und Innovationsprojekte zu initiieren. Der Erfolg dieser Vereinbarungen wird in der Praxis entscheidend davon abhängen, inwieweit die angesprochenen Mitarbeiter überhaupt bereit sind, sich hier zu engagieren und ihre Kompetenzen zur Förderung betrieblicher Innovationen effektiv einzusetzen. Im Mittelpunkt des Projektes steht die Untersuchung der Wirkungen, die diese völlig neuartigen Innovationsvereinbarungen entfalten. Vor allem soll wissenschaftlich überprüft werden, inwieweit dadurch tatsächlich Innovationen im Unternehmen hervorgebracht werden.

Vor diesem Hintergrund sieht das Projekt vor, Innovationsvereinbarungen in ihrem betrieblichen und überbetrieblichen Kontext in ausgewählten Unternehmen zu untersuchen, insbesondere im Hinblick auf folgende Fragestellungen: Welche Ziele verfolgen die betrieblichen und überbetrieblichen Akteure mit solchen Vereinbarungen? Von welchen Rahmenbedingungen hängt ab, ob diese Ziele erreicht werden? Wie und über welche Wirkmechanismen kann durch diese Vereinbarungen die Innovationsfähigkeit des Unternehmens gefördert werden? In erster Linie sollen Erfolgsfaktoren und Hemmnisse aus Sicht der Akteure analysiert und bewertet werden. Ein wichtiger Teil ist dabei die Analyse der Erfolgs- und Misserfolgswahrnehmung und der Beteiligungsbereitschaft in den Belegschaften.

Die im Projekt erzielten Ergebnisse sollen dazu verwendet werden, die beteiligten Akteure in der Praxis zu unterstützen. Für jedes kooperierende Unternehmen werden zunächst spezifische Wirkungen und Umsetzungsfaktoren ermittelt, die im Rahmen von Feedbackrunden mit den jeweiligen Geschäftsleitungen und Betriebsräten diskutiert werden und in Handlungsoptionen zur Förderung von Innovationen münden sollen. Gleichzeitig wird angestrebt, diese betrieblichen Innovationsansätze systematisch zu dokumentieren, unternehmensübergreifend als Handlungskonzepte weiterzuentwickeln und durch einen Erfahrungsaustausch mit anderen Unternehmen und Branchen sowie Vertretern aus der Wissenschaft zu verbreiten und anzureichern. Ziel ist es, praktische Handreichungen für die Gestaltung von betrieblichen Innovationsprozessen mit hoher Mitarbeiterbeteiligung und für einen überbetrieblichen Erfahrungstransfer praxisgeeigneter Innovationskonzepte zu entwickeln.

Website:www.bm-inno.de
Projektförderer:Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)
Projektträger:Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) / Projektträger im DLR
Förderkennzeichen:01FM07082
Fördervolumen:€ 386.348,00
Projektpartner:WMP-Consult, Wilke, Maak & Partner, Hamburg
PCG-Project Consult, Prof. Dr. Kost & Collegen, Essen