Bilanzierung der Mitarbeiterbeteiligung

Das Projekt
Das Projekt "Analyse und Bilanzierung der Auswirkungen von Mitarbeiterbeteiligung auf die Unternehmensorganisation und Arbeitsgestaltung" wird durch die ISA Consult GmbH in Kooperation mit dem Institut für Personalmanagement an der Universität der Bundeswehr in Hamburg und dem Lehrstuhl Wirtschafts- und Organisationspsychologie an der Universität Rostock durchgeführt. Das Projekt ist aus Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung gefördert und steht im Kontext verschiedener Forschungsvorhaben, mit denen das Ministerium erfolgreiche Veränderungen in der Arbeitsgestaltung und Unternehmensorganisation erforschen lässt.
Das Projekt fragt nach neuen Formen und Modellen der materiellen wie immateriellen Mitarbeiterbeteiligung. Die Identifizierung neuer Formen der Kombination beider Beteiligungsaspekte steht im Vordergrund. Es werden u. a. folgende Fragestellungen berücksichtigt:

  • Welche neuen Formen immaterieller Beteiligungsrechte ergeben sich aus der Einführung von Kapital- und Erfolgsbeteiligungen?
  • Wie wirken diese zurück auf klassische Beteiligungsformen und wie sind sie im Betriebsverfassungsgesetz verankert?

Hintergründe
Immer mehr Unternehmen in Deutschland haben in den letzten Jahren Systeme und Modelle der Beteiligung von Mitarbeitern am Produktivkapital oder am Unternehmenserfolg bzw. -gewinn eingeführt. Derartige Systeme haben weitreichende Folgen für die Unternehmensorganisation und Arbeitsgestaltung (Stichwort Corporate Governance, Shareholder Value-Orientierung). Sie wirken auch zurück auf die eher traditionellen Formen der Mitarbeiterbeteiligung im Bereich der betrieblichen Interessenvertretung und der gesetzlichen Mitbestimmung. Mitbestimmung und die damit verbundene Kooperation zwischen Unternehmen, Beschäftigten und Betriebsräten hat wesentlich dazu beigetragen, den Strukturwandel der deutschen Wirtschaft zu fördern. Gleichzeitig hat die quantitative Bedeutung der klassisch orientierten formen in den letzten Jahren eher abgenommen. Sie vermag es offenbar nur schwer, in den Zukunftsbranchen der New Economy Fuß zu fassen. Es entwickeln sich gerade infolge dieser neuen Unternehmenskonzepte andere Formen der materiellen wie immateriellen Mitarbeiterbeteiligung jenseits der traditionellen Mitbestimmungspfade. Bislang liegen aber kaum grundlegende Forschungen und Erkenntnisse über diesen Zusammenhang zwischen klassischer Mitbestimmung und neuen Formen der Mitarbeiterbeteiligung in materieller wie immaterieller Hinsicht vor.

Ziele
Das Projekt "Bilanzierung der Mitarbeiterbeteiligung" hat das Ziel, neue Formen der Mitarbeiterbeteiligung in deutschen Unternehmen zu identifizieren und innovative, beispielhafte Modelle zu dokumentieren. Es soll zeigen, auf welche Weise materielle und immaterielle Beteiligung eingesetzt wird und genutzt werden kann, um Unternehmen auf neue Wettbewerbsbedingungen einzustellen und zugleich den Wünschen und Interessen der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer gerecht zu werden. Dabei geht es auch um die Frage nach dem Zusammenhang zwischen neuen und klassischen Beteiligungs- und Mitbestimmungsformen, nach divergierenden Zielprojektionen und Motivationen. Mit diesen Fragestellungen soll das Projekt beispielhafte Veränderungsprozesse in der betrieblichen Zusammenarbeit transparenter machen und Diskussionsprozesse über Mitarbeiterbeteiligung und Mitbestimmung anstoßen.

Partizipativer Ansatz
Im Mittelpunkt des Projektes steht die Aufarbeitung von best practices und innovativen Lösungen. Dabei soll im Dialog mit Unternehmensleitungen und Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern herausgearbeitet werden, inwieweit neue Beteiligungskonzepte auch neue Formen der Mitbestimmung und immateriellen Beteiligung implizieren und welche Konsequenzen sich für die klassischen Formen der Mitbestimmung ergeben. Das Projekt ist in seinen empirischen Methoden beteiligungs- und dialogorientiert angelegt: Im Anschluss an eine grundlegende Ersterhebung werden mit betrieblichen Akteuren in Fallbeispielen vertiefende Erhebungen und Befragungen von Mitarbeitern durchgeführt. Auf diese Weise soll sichergestellt werden, dass die Projektergebnisse auch für unternehmensinterne Lern- und Veränderungsprozesse genutzt werden können.