Harmonisierung von Bilanzregimen

Hierbei sind eine nationale, eine internationale und eine gemischte Ebene zu unterscheiden. Auf nationaler Ebene erfolgt aktuell eine Annäherung zwischen privatem und öffentlichem Sektor. Kommunen sind, mit Ausnahmen, verpflichtet, Bundesländer können wahlweise und der Bund wird zukünftig verpflichtet werden, von dem kameralen Rechnungsstil auf die kaufmännische Buchführung (sog. Doppik) - unter Berücksichtigung von Besonderheiten des öffentlichen Sektors - umzustellen. Die Doppik gilt deren Befürwortern im öffentlichen Bereich als nachhaltiger, weil eine intergenerative Gerechtigkeit eingeschätzt werden kann. Auf internationaler Ebene besteht ein Konvergenzprojekt zwischen dem US-amerikanischen Standardsetter und dem International Accounting Standards Board mit dem Ziel, Unterschiede zwischen den Bilanzregimen US-GAAP (Generally Accepted Principles in den USA) und IFRS (International Financial Reporting Standards) zu eliminieren bzw. zu rechtfertigen. Außerdem wird international derzeit für den öffentlichen Bereich diskutiert, inwieweit das Bilanzregime der IPSAS (International Public Sector Accounting Standards; vereinfachend „IFRS für Gebietskörperschaften und internationale Organisationen") als ein noch zu schaffendes Bilanzregime für Mitgliedstaaten der EU (Europäische Union; sog. EPSAS; European Public Sector Accounting Standards) geeignet ist. Diese Entwicklung wird derzeit von EuroStat (dem statistischen Amt der EU) für Zwecke der europäischen Finanzstatistik vorangetrieben. Auf der Mischebene in Bezug auf die Harmonisierung von Bilanzregimen können im privaten Sektor die durch das BilMoG und BilReG (Bilanzrechtsreformgesetz) erfolgte Annäherung an die IFRS sowie mit Blick auf Gebietskörperschaften die Eignungsprüfung der (deutschen HGB-basierten) SsD (Standards staatlicher Doppik) als Basis für die EPSAS eingeordnet werden.