Harmonisierung von externen Berichten

Organisationen erstellen eine Vielzahl von Berichten, die sie freiwillig (wie einen Nachhaltigkeitsbericht) oder pflichtgemäß (wie den handelsrechtlichen Jahresabschluss von Kaufleuten) veröffentlichen. Vereinfachend dient jeder Bericht einem spezifischen Zweck und bildet die Organisation bzw. einen Teilbereich aus einer spezifischen Perspektive ab. In jüngerer Zeit wird gefordert, statt dieser sog. Silo-Berichterstattung externen Adressaten eine multiperspektivische (umfassende) Sicht auf die berichtenden Organisationen (z.B. Unternehmen) zu eröffnen. Die Befürworter dieser Entwicklung wollen so einen Beitrag zur Gemeinwohlorientierung, zur nachhaltigen Entwicklung von Organisationen oder zur Finanzmarktstabilität leisten. Stellvertretend hierfür stehen das IIRC (International Integrated Reporting Council), das ein Rahmenkonzept für eine solche Berichterstattung veröffentlicht hat (IIR (International Integrated Reporting)-Framework) und die FEE (Fédération des Experts-comptables Européen), die in ihrem „FEE Cognito Paper: The Future of Corporate Reporting - creating the dynamics for change" zur Innovation im Bereich der Unternehmensberichterstattung aufgerufen hat und einen „CORE and MORE"-Ansatz anstrebt. In einem weiteren Sinne kann hier auch die europäische Corporate Social Responsibility (CSR)-Richtlinie 2014/95/EU eingeordnet werden, die bestimmte Unternehmen ab 2017 zur Berichterstattung über ihre (per definitionem freiwilligen) CSR-Aktivitäten verpflichtet. Im Grunde geht es bei den vorgenannten Aktivitäten um eine ausgewogene adressatenspezifische Berichterstattung in Kenntnis der (potentiell oder tatsächlich) relevanten Themen und Informationsbedarfe.