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... auf der Homepage des DFG-Projektes "Märkte des Besonderen - Religionshybride Netzwerke in Mecklenburg-Vorpommern".

 

In diesem Projekt soll unter Rückgriff auf die Ergebnisse des Vorgängerprojekts »Religionshybride« das »erweiterte religiöse Feld« (Bourdieu) im Bundesland Mecklenburg-Vorpommern rekonstruiert werden, dem die drei signifikanten Bereiche »Heilung und Heil«, »Ökologie und Spiritualität« sowie »Kunsthandwerk und spirituelle Kunst« zuzurechnen sind. Dieses Feld konstituiert und organisiert sich als soziale Praxis über netzwerk- und marktförmige Gestaltungen der Vergemeinschaftungen und Vergesellschaftungen und »Märkte des Besonderen«. Diese Märkte und die zugehörigen Instanzen der Urteils- und Vertrauensbildung können auch religiöse Kommunikationen eröffnen, stabilisieren oder verstärken. Religionshybride Dienstleistungen und symbolisch aufgeladene Artefakte werden dabei als »singuläre Produkte« gehandelt, die einer externen Bewertung bedürfen.

Glauben und Vertrauen sorgen hier für Vorhersehbarkeit und die Möglichkeit eines kontinuierlichen Austauschs. Diese besonderen (Markt-)Mechanismen wurzeln in symbolischen Systemen, die Wissen und Überzeugung verbinden. Als Instanzen der Urteils- und Vertrauensbildung repräsentieren bestimmte Netzwerke und Expert(inn)en die sozialen und kulturellen Möglichkeitsbedingungen solcher spezifischen »Märkte des Besonderen«.

Durch diesen Zugriff werden Beschränkungen (neo-)klassischer, ökonomischer Marktvorstellungen transformiert und überwunden. Um diese Austauschprozesse erfassen zu können, soll hier neben religionssoziologischen Ansätzen (H. Hervieu-Léger) vor allem auf neuere wirtschaftssoziologische Konzepte (L. Karpik) zurückgegriffen werden. Neben Fragen nach den „äußeren“ Struktur- und Stabilitätsbedingungen von Instanzen der Urteils- und Vertrauensbildung ergeben sich in religionswissenschaftlicher Perspektive weiterführende Fragestellungen zur internen Strukturierung dieses erweiterten religiösen Felds, die in den drei genannten Bereich mithilfe netzwerkanalytischer Methoden sowie mithilfe leitfadengestützter Interviews und teilnehmender Beobachtungen untersucht werden sollen.

Die Forschergruppe besteht aus Mitarbeitern der Theologischen Fakultät und der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Fakultät der Universität Rostock.

Gefördert wird das Projekt durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) über einen Zeitraum von zunächst drei Jahren.